London–Silz & Abschluss

Von Stop zu Stop, sinkt die Anzahl der Dunkelhäutigen mitreisenden und der Komfort und die Sicherheitsvorkehrungen steigern sich. Bis London – Das Absolute. Dann nimmt es wieder leicht ab.

Heimkehr

Ich bin wieder im kalten Österreich. Dafür gibt es Trinkwasser mit dem man sich sogar duschen kann und Essen, dass an die Bedürfnisse des Magens angepasst werden kann.

3. Welt

Tanzania war ein gewaltiges Erlebnis, und gleichzeitig sehr verwirrend. Das Land ist laut UN-Human Development Index auf Platz 152 von 187. Vergleichsweise dazu befindet sich Österreich auf Platz 19. Das heißt, dass es 18 Länder gibt, wo die Lebensqualität und der Reichtum noch besser sind als wir. Und umgekehrt, dass, es nur nur noch 35 Länder gibt, denen es schlechter als Tanzania geht, Afghanistan, Kongo, …

Das Paradoxe an dieser Sache ist, dass Tanzania eine Hochpreis-Tourismus-Strategie fährt, die nur noch von den Seychellen (!) überboten wird.

Also, 36. ärmstes Land der Weld und nur die top, top Touristen kommen her. Obwohl die Leute arm sind, muss es ihnen nicht schlecht gehen. Wenn sie am Land leben, haben sie ihre Tiere, ein Feld um Essen anzubauen und alles andere, was sie zum täglichen Leben brauchen. Natürlich, wenn Geld her muss um Medizin oder Extraartikel zu kaufen wird es schwieriger.

Jetzt sehen diese Leute, dass es die komischen weißen Touristen gibt, die unvorstellbare Summen herauswerfen, um irgendwelche komischen Tiere zu sehen. Das verstehen sie nicht. Wenn jemand so viel Geld hat, dann gibt es ja auch was zu holen – denken sie sich und fliehen in die Stadt. Dort gibt es keine Arbeit für Landleute, also schlägt man sich irgendwie über die Runden. Meistens lassen auch Alkohol und sonstige dubiose Substanzen nicht lange auf sich warten, um die Langeweile abzutöten. Und dann kehrt man nach Jahren in sein Dorf zurück, gescheitert, ohne das große Geld, aber mit HIV. Und die Spirale dreht sich abwärts.

Ein Problem ist die Verteilung des touristischen Einkommens. Denn den Regierungsmitgliedern geht es finanziell nicht schlecht, auch den Hochschulabsolventen. Diese fahren mit ihren klimatisierten 4WDs durch die Straßen und telefonieren mit ihrem iPhone, während die Fenster geschlossen und die Türen verriegelt sind.

Die Gegensätze sind das Extreme. Und als Weißer kommt man diesem Schema nicht aus, zumindest nicht aus Tourist. Man wird von allen in die Kategorie „Reich“ gesteckt, auch wenn man es nicht ist. Und da hilft einem der schönste Paradiesstrand nichts. Wenn andauernd ein Wächter mit einem Stecken die Bettler und Kinder vertreibt.

Fazit

Erst wieder in ein so armes Land fahren, wenn man etwas zu erledigen hat. Oder wenn man soviel Reisebudget hat, dass man zu den „Reichen“ gehört und sich die Luxusburgen leisten kann, in denen man verbarrikadiert wird.

Rückflug Zanzibar–London

Es ging mir nicht besser. Also Flug gebucht. Zanzibar-Nairobi-London-München. Die schnellste und kürzeste Strecke.

Heimreise

In unserer Unterkunft habe ich noch einen sprachlich gemischten Bücherschrank gefunden, wo ich eines der meinigen gegen ein neues altes tauschen konnte.
Transfer wurde organisiert; Philipp, mit ein paar meiner Untensilien (Reiseführer, Seife, After-Sun-Gel), die sich doch als eher nützlich erwiesen haben, verabschiedet.
Jetzt sitze ich am Flughafen trinke Kamillentee esse Pringels und warte auf den Abflug.
Morgen kommt noch der Abschlusseintrag. Und jetzt ein paar Fotos.

Zanzibar und Krank

Keine netten Bericht diesmal. Die Nacht hab ich auf der Toilette und den Tag im Bungalow verbracht.
Und die netten Reiseversicherungen helfen auch genau da, wo man es nicht braucht… Rücktranaport nur, wenn man stationär aufgenommen wurde, und der Arzt die Heimreise genehmigt. Also entweder bleiben oder selber heimreisen.

Heim oder nicht heim, das ist hier die Frage!

Heute Nacht kommt die Bewährungsprobe. Wenn es nicht besser wird, gehts morgen ab nach Europa. Besser eine Woche daheim auskurieren und zur Uni fit sein, als 5 Tage weiter halb-tot auf der Paradiesinsel zu verbringen…
Philipp hat seinen Spaß mit den Kindern und dem Strand. Er hat heute eine Krabbe abgekauft und sich kochen lassen.
Also… morgen gibts news, über die weiteren Reisepläne.

Matemwe

Überfahrt und Hotelsuche nach Zanzibar. Allein schon der Name klingt sagenhaft…
… aber die Abzocker lassen sich da nicht davon abschrecken.

Gegensätze

Immer noch halbkaputt gehts aus dem Bett ab zur Fähre. Alle zwei Meter wird man von jemandem angesprochen der einem Tickets verkaufen will, obwohl man schon Tickets hat. Der Geschäftssinn der Leute hier tickt sowieso anders. Wenn jemand Bananen oder Wasser verkauft, dann macht nicht nur er das, sondern gleich 10 am selben Platz. 1 Banane 100 Shilling (5cent). Wenn ich aber auf einen der Nicht-Schreienden zugehe, verlangt dieser 200 Shilling. Und die anderen bekräftigen lauthals den günstigen Preis. Wenn man sich dann einen der Schreienden wendet, möchte dieser plötzlich 300 Shilling. ??? Ich habe Preis- und Konkurrenzkampf anders in Erinnerung.
Auch Angebot und Nachfrage läuft hier anders. Wenn du ein Wasser gekauft hast, kommen 10 Leute und wollen dir ein Wasser verkaufen. Sie verstehen aber nicht, warum du jetzt keines kaufen willst, da du doch eben gerade gezeigt hast, dass du Wassertrinker bist. Analog dazu Verkaufen sie Essen an die Essenden, Uhren an die mit Armbanduhren, und Schildkappen an die mit Hüten. Und keiner versteht warum du als Mzungu nicht kaufst, obwohl du könntest.
Wenn du jemandem Geld schenkst, schaut er dich an und verlangt „More“, anstatt Danke zu sagen. Dann holt er alle seine Freunde damit er mit ihnen zusammen dich auch noch anbetteln kann. Und die verstehen wieder nicht, warum du ihnen nicht auch was schenkst, denn du hast ja grade was gegeben. Ignorieren ist die einzige Lösung. Da verstehe ich die Gerüchte, dass alle Weißen kalt und umsympathisch gesehen werden.
Ich stoppe noch Schnell in einer Apotheke un Elektrolyte zu kaufen, sicherheitshalber noch eine Packung trinken, und für den Fall des Falles noch eine Reserveration mit. Die Apothekerin verabschiedet mich mit: „Goodbye! Hope to see you soon!“, und einem strahlenden Lächeln auf den Lippen…

Fährenfahren

MeerDann gings mit der Fähre nach Zanzibar. 1. Class, obwohl wir ein 2. Klasse Ticket gekauft hatten. Aber als Mzungu ist und fährt man 1. Klasse, eigentlich traurig.
Vor den Betrügern auf Zanzibar wird überall gewarnt, auch wird hingewiesen, dass man keine Plastiksäcke mithaben darf, Plastikflaschen aber schon…

Abzocken

AlbinoAlso kämpfen wir uns durch die Meute zum Dalla-Dalla-Stand und steigen auch noch in den richtigen Transporter ein. Eher ein Tierwagen… Ein überdachter Pick-Up in der Größe eines T1. Und hinten haben 26 Menschen Platz.
Und am Dach hat auch noch alles mögliche und unmögliche Platz. Bei der zweiten Station kommt einer zu uns und sagt, dass wir das Gepäck am Dach verstauen müssen. Nimmt meine Tasche hievt sie hoch und bindet sie fest. Dann fragt er wohin wir müssen und sagt 15000Shilling als Fahrtpreis. Wir, schlau wie wir inhwischen werden mussten, wissen dass der Preis für beide maximal 3000Shilling kosten kann. Da sagt er was von Gepäck ect. und geht auf 10000Shilling runter. Ich, mehr tot als lebendig, hab keine Lust weiter zu streiten, gebe ihm 5000 und sage den Rest bei der Ankunft. Darauf er, nein, denn sie müssen jetzt Tanken. (Wem das verwirrt, es ist echt so, der Busfahrer fährt einfach, wenn er ein bisschen Geld kassiert hat, zur nächsten Zapfsäule und macht den Tank voll)
Ok. Also 10000.
Der Typ steigt aus, geht zwei Meter zum nächsten Betelnuss-Verkäufer, kauft sich um 10000Shilling die roten Splitter, stopft sich alle gleich in den Mund und zieht seines Weges.
Der richtige Busbegleiter steigt ein und kassiert nochmals 5000 von uns…
Gut dass meine Machete im Koffer war, sonst hätte der Betelnussverkäufer einen Kunden weniger gehabt… und ich große Probleme.
Also so eine freche Aktion hab ich noch nie erlebt.

Paradies

BeachDann kommen wir an. Paradies. Ein Strand wie man ihn von den Bildern kennt. Bungalow mit Bad und Warmwasser und frisches Obst und Fruchtsäfte – von denen ich mich ja momentan noch ernähre, und das fällt mir bei den natürlichen Passionsfrucht-, Mango-, Melonen- und Bananenaromen nicht schwer.
Dann ab zum Strand. Ich zur Hängematte – mit meinen Büchern, Philipp zu den Kindern.
Die Kinder wollen Money, doch das gebe ich nicht. Das letzte mal hatte eine Geldspende bewirkt, dass er eine Mango, für heute, und eine neue Sonnenbrille gekauft hatte, da ja noch Geld übrig war, anstatt die nächsten paar Tage Mangos zu kaufen.
Also kein Geld für die Kinder. Doch dann betteln sie um etwas wo ich nicht nein sagen kann, sie sehen dass ich schreibe und fragen um Papier und Kalemi (Stift). Denn die Schule ist kostenfrei, aber das Schreibmaterial müssen sie selber mitbringen. Also… hinein ins Zimmer, zwei Bögen A4, zwei alte Filzstifte (Ja… Ich hab sowas immer mit. ^^) geholt und wieder ab an den Strand. Die Kinder glauben es nicht, sie springen vor freude, stecken das zerknüllte Papier und die Stife in die Tasche und…. ja… gehen ins Wasser…
10 Minuten darauf stehen 20Kinder da und wollen „More“, da ich ja immer noch meinen Notizblock und meinen Kugelschreiber habe. Da schenke ich ihnen einfach meine Wasserflasche. Uns das war das beste Geschenk und die beste Hilfe von allen. Zu 7. hatten sie die schnell ausgetrunken, keinen Durst mehr und wollten kein „More“.
Ich glaub, diese „Wasser-Geschenke“ werde ich öfters machen.
Afrika fordert einem einiges ab. Besonders wenn man nicht ganz fit ist. Um jedes noch so kleine Etwas muss man über den Preis streiten. Und das nicht mit Logik, sondern mit schöner, langer Rede, die dem anderen das Gesicht wahren lässt. Auch diese ganzen – für unseren Begriffe – absurde Handlungen, brauchen einiges an Selbstbeherrschung um nicht an Höflichkeit, Freundlichkeit und Menschlichkeit zu verlieren, oder einfach ein gewisses Maß an Naivität.

So… jetzt noch ein paar Bilder.

Afrikanische Busse

Busfahren in Afrika. Ein Abenteuer für sich. 😀

Bus

Es gibt verschiedene Vehikel. Obwohl sie außen alle gleich groß sind, haben innen unterschiedlich viele leute platz. Zuerst gibt es da die Busse mit links und rechts jeweils zwei Sessel. Aber es gibt auch Busse die haben links zwei und rechts drei Sitze, natürlich schmäler. Dann gibt es die Busse die haben links und rechts jeweils zwei Bänke. Auf die linke Bank passen zwei schmale leute und auf die rechte Bank drei. Dann gibt es noch die letzte Sitzbank Variante mit Hockern für den Mittelgang, so haben sage und schreibe 6 Leute nebeneinander Platz – mehr oder weniger… eher weniger als mehr.
Und jetzt dürft ihr raten mit welchem Bus wir heute gefahren sind? Genau. Mit der 6 Personen-Variante, und das für ganze 9h.
Aber jetzt sind wir wieder heil in Dar angekommen und haben schon die Tickets für die morgige 9:30 Fähre nach Zanzibar gekauft.

Essens-Rausch

Mir gehts soweit besser. Morgens gab es einen Brei als Schonkost, der blieb schön im Körper drinnen. Und während dem Tag habe ich ein paar Bananen gefuttert.
Nach der ersten halben hatte ich fast eine Vision. Denn der Fruchtzucker schoss so ins Blut ein, dass ich innerhalb einer Minute fast nichts mehr hören konnte, alle Farben extrem stark wahrnahm und fast umfiel. Nach einer weiteren Minute war das aber wieder vorbei. Schräg… Jetzt kann ich mir vorstellen wie ein Drogentrip verlaufen kann.
Und das Abendessen wollte wieder ausgespuckt werden… Memo an mich selbst, morgen nur Bananen essen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass es schon besser geht.

Routine

Interessant ist, wie das Reisen selbst auch zur Routine werden kann. Die erste Busfahrt war extrem. Ticket kaufen; Flycatcher ausweichen; Bus finden; Proviant mitnehmen; Platz finden; richtige Haltestelle finden; Gepäck aus dem Bus herausbringen; …
Doch nach der 7. Busfahrt ist das so zur Routine geworden, dass man einfach nur noch den Komfort vermisst, den man gewohnt ist.
So… Heute keiner Bilder. nihil sub sole novum. aber morgen sicher wieder

Riverside Camp

Riverside Camp. Die Bakterien haben zugeschlagen…

Krank

SchohnkostWir haben ein Tier in unserem Zimmer. Nichts mit Schlafen. Bis 3:00 das Tier gejagt und um 6:30 wieder aufgewachen.
Mit mords Kopfschmerzen und Durst. Die Kopfschmerzen sind so stark, dass ich gleich eine Schmerztablette nehmen muss. Schlafen funktioniert nicht – also Frühstücken.
Nach dem Frühstück Durchfall – und mir ist elends Schlecht.
Trotzdem machen wir eine kleine Wanderung zum benachbarten Wasserfall.
Wieder zurück ist das Fiber und der Schwindel auch noch gekommen. Da dachte ich mir es ist um mich geschehen.
Frierend schlüpfe ich in meine Winterklamotten und lege mich ins Bett. Fieber, darauf folgt bei mir delirischer Schlaf.
Alles was ich trinke rinnt wie im Durchfluss wieder aus dem Körper hinaus. Also versuhche ich es mit Immodium und bitte dem Philipp Cola, Solettis und Wasser aufzutreiben.
Manche Menschen haben Pech, andere haben Glück…
Es gibt keine Solettis, aber einen Arzt der zufällig im Camp ist. Seine Diagnose: Dehydration.
Seine Therapie: Elektrolyte, Brechreizhemmer und hammer Schmerzmittel.
Den ganzen Nachmittag verbringe ich in meinem Zelt im Bett. Die Therapie scheint anzusprechen. Nach 3-4h gehts mir besser und jetzt hat sogar das Abendessen geklappt. Oder auch nicht. Ich hab es gerade während ich das tippsel in den Mülleimer gespuckt… Vielleicht hätte ich bei Zwieback und Obst bleiben sollen…
So jetzt wieder ab ins Bett. Hoffentlich ist morgen wieder alles paletti und die 10h Busfahrt nach Dar klappt reibungslos.

Ruaha Nationalpark

Was muss man in Afrika unbedingt machen? Genau! Safari.

Safari

Baum 2Wie macht man sowas? Zuerst Braucht man einen Driver. Ein Afrikaner der fahren kann und ein 4WD-Vehikel hat. Dann sagt man ihm, dass er mit seinem Vehikel um 6:00 vor dem Camp warten soll. Anschließend organisiert man bei seinem Camp ein dezentes Frühstück um 5:30 und ein lunch-paket für mittags.
6:15 der Driver ist da. Es geht los, ab zum Ruaha Nationalpark. 2:45 hinfahrt. Mit der Kreditkarte wird der Eintritt bezahlt – nur mit Kreditkarten. Alle anderen Zahlungsmittel wurden abgeschafft, da das ganze Eintrittsgeld bei diesem Posten im Nirvana in irgendwelchen löchern versickerte – löcher in den taschen der beiden schalterbeamten.
Dann Game-Drive. Der Fahrer gurkt mit dem Jeep quer durch den Park und sucht alle Tiere die wir fotografieren möchten: Nilpferd, Krokodil, Zebra, Giraffe, Gazelle, Wasserbock, Elefant, Löwe, Warzenschwein, Pavian, und dazu noch Unmengen an Vögeln.

Erschöpfung

Essen12:00 lunch: 1ei, 4karotten-STICKS (!!!! nicht karotten), ein Brot, eine Prise Salz – dezent in Aluminiumpapier verpackt, ein Mango-Goal und ein Keks. FERTİG.
Game-Drive geht weiter. 16:30 Schluss. Heimfahrt mit Stop in İringa um Bustickets zu kaufen. 18:45 Ankunft im Camp. 19:00 Abendessen. 21:00 Tot.
So erledigt war ich das letzte mal bei der Wildspitz-Bezwingung… Dafür gibts einige nette Fotos.

Morgen. Ausschlafen…

Iringa

Bestückt mit einem originalen Buschmesser und ordentlich Verpflegung machen wir uns auf den Weg nach Iringa – und es ist ein langer Weg…

Straßen

VerkäuferDas ganze Leben spielt sich auf der Straße ab. Kinder gehen in rudeln zur Schule. Leute fahren mit dem Fahrrad in die nächste Stadt. Irgendwo im Nirgendwo stoppt jemand einen Bus um mitzufahren oder er steigt aus um in den Büschen zu verschwinden.
Und überall sind Händler, die irgendwelche Dinge verkaufen: Chips, Bananen, lebende Tiere, Getränke, und das heutige High-Light: Macheten.
Auf der Straße erleben wir zwei Unfälle, und ja… Autos können brennen wie man es von den Cobra11-Filmen kennt…

Bargeld

Im Bus lese ich, dass es in Iringa keine Bankomat-Automaten gibt. Was dank Machete-Kauf geschrumpften Budget schon einen Schock im ersten Moment erzeugt. Aber nur im ersten Moment, denn in weiser voraussicht habe ich einen Notgroschen – nämlich knapp €200 in Bar – mitgenommen. Und in noch weiserer Voraussicht – dank Panikmache im Reiseführer – habe ich diesen Notgroschen am ersten Tag versteckt, gut versteckt, sogar so gut versteckt, dass ich mich im ersten Moment gar nicht mehr an das Versteck erinnern kann.
Im zweiten Moment fällt mir das Versteck ein: in der Packung mit den Malariatabletten.
Und im dritten Moment fällt mir die grausame Wirklichkeit ein, dass ich nämlich vor zwei Tagen diese Verpackung weggeworfen habe… mit meinem Notgroschen darin…
Eine bittere Erfahrung, €200 einfach so, direkt in den Müll zu befördern.
Dafür gab es einen Bankomat in Iringa, und ich beginne mich langsam über den Reiseführer zu ärgern…

Camping mit Missionaren

Indiana JonesAllerdings ist die heutige Unterkunft genial. Ein Campingplatz direkt neben einen Jungelfluss. Die Gegend und die Zelte lassen direkt Indiana Jones Stimmung aufkommen. Da mussten wir gleich die Machete testen gehen. Wie es der Zufall will, können wir uns morgen einem belgischen Ehepaar zur Safari anschließen.
Und das Abendessen im Jungelcamp war außergewöhnlich. Lauter Missionare die im Camp einen Sprachkurs belegen um den Einheimischen zu predigen.
Adventisten, Baptisten, Freie Christen, alle Konfessionen sind vorhanden und wir beide mitten drin…
Jetzt muss ich nur noch meinen Weg durch die Stockfinstere Nacht finden, mein Bett erreichen und die Safari kann morgen beginnen.

Warten in Dodoma

Morgen auch kein Bus, vielleicht montag. Hier absolut nichts zu sehen.

Nichts Tun in Dodoma

Also ändern wir unsere Route. Wir möchten morgen unbedingt nach Iringa. Also ändern wir unsere Route. Mit Umweg über Morogoro. Und wenn alles klappt, werden wir morgen in Iringa ankommen, wo wir entlich unsere Safari machen können.
Heute haben wir noch einen Swimmingpool entdeckt, und dort die sich gegenseitig tunkenden kinder betrachtend den Nachmittag verbracht. und beim Chinesen zu Mittag gegessen und beim Chinesen zu Abend gegessen.
Ich kann keine Sojasauce mehr sehen. Dafür sind die Taxifahrer erstaunlich freundlich. Mir ist mein Handy aus der Tasche gerutscht und der Taxifahrer hat mich daran erinnert.

Dodoma

Ankunft in Dodoma. Der Reiseführer sagt: „There is no reason, why you want to go there.“

Busfahren

HenneMan lernt dazu, wie man als Mzungu die Flycatcher verjagt, wie man durch das Busfenster Wasser, Bananen und Nüsse kauft, und wie man sich einen guten Sitzplatz organisiert. Aber jeder Tag bringt neue Überraschungen mit sich. Beim Kauf des Tickets haben wir darauf geachtet einen Zweiersitz zu reservieren und nicht die platzlose 3er-Sitzbank. Aber wer rechnet damit, dass das nur für die halbe Fahrt gilt? In Kondoa angekommen müssen wir den Bus wechseln. Und ich komme wieder in der Mitte einer 3er-Sitzbank zum Sitzen. Diesmal eine Mutter mit Kind neben mir, die kübelweise Cookies und Cola in sich hineinstopfen und die leeren Packungen über uns hinweg beim Fenster hinauswerfen. Ich hätte am liebsten das Kind rausgeworfen und die Mutter hinterher. Zuerst wirft das Kind die offene Cola-Flasche zu Boden. Auf meine Füße, auf meine Schuhe, auf meine Tasche. Dann wird die Mutter zornig und zwickt das Kind ins Bein. Dann wird das Kind zornig, fängt an zu weinen und die ganze Cookie-Cola-Mischung auszuspucken und auszuspeien. Auf meine Füße, auf meine Schuhe, auf meine Tasche. Und da der Platz so eng ist, kann man nicht auch nur um einen Millimeter bewegen. Und das für die nächsten 8 Stunden. Aber verglichen mit den Stehplatzleuten sind wir noch gesegnet. Denn das Cola-Cookie-Kind-Gemisch war nach einer Stunde getrocknet. Die Steher hatten noch 7 Stunden Stehzeit vor sich und das bei einer sehr exotischen Straße. Solche Sandpisten sind für uns unvorstellbar, für den Busfahrer aber nicht, darum kann er auch mit 120km/h darüber brettern.
Am nächsten Halt wird die Essenversorgung skuriller. Keine Nüsse, dafür lebendige Hühner und frisch geschlachtete Ziegen-Haxen, wir bleiben bei unserem Wasser und Kaugummi.

Dodoma

Dann Ankunft in Dodoma. Der Reiseführer sagt: „There is no reason, why you want to go there.“
Wir haben einen Grund warum wir hier sind. Wir wollen mit dem Landbus nach Iringa fahren. Jeder versucht diese Fahrt zu vermeiden, niemand macht das freiwillig, wir schon.
Aber leider ist der Bus morgen schon voll. Also nehmen wir den Bus einen Tag später.
Und um uns wieder in das Reich der Lebenden zurück zu holen, haben wir uns in einem Hotel untergebracht und sind bei einem Chinesen essen gegangen. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich mich so über chinesisches Essen freuen kann. 😀