Der letzte Bali-Tag

Regen in Bali

Die Regenzeit hat begonnen. Das zeigt sich daran, dass es nicht nur unglaublich schwül ist, sondern den ganzen Tag über Niesregen und Sonne sich abwechseln und um Mittag hat es einen richtigen Platschregen gegeben. Irgendwie macht das Wetter das Heimfahren leichter.

Zeit totschlagen

Auschecken um 12:00 Abflug um 22:40. Was macht man inhwischen? Nachdem Patric schon mittags auf dem Weg zum Flughafen war, habe ich einen Streifzug durch die Straßen gestartet. Dabei ist mir ein Bookstore untergekommen. Und wie es der Zufall will, war auch gleich was interessantes zum Lesen dabei. So habe ich den Tag bei Espresso in einem Cafe und mit einem Abendessen am Strand lesend verbringen können.
Und jetzt geht es langsam ab zum Flughafen und zu den 21h sitzend schlafen versuchen…

Tanah Lot

Ab zum bekannten Tempel im Wasser – der letzte Ausflug auf Bali.

Motorradfahren

20120927-173558-150x150Wie kommt man am einfachsten nach Tanah Lot? Mit einem Motorrad. Also ab zum nächsten Vermieter und um €4 für einen ganzen Tag ein Moto ausgeliehen.
Der Straßenverkehr ist verrückt. Aber mit einem Motorrad ist man am schnellsten unterwegs, denn man kann links und rechts überholen und das sogar bei gegenverkehr. Mit max. 20 km/h ist das auch keine allzugefährliche Aktion.

Tanah Lot

20120927-173437.jpgDieser Ort ist sicherlich der meist fotografierteste auf ganz Bali. Durch eine Schlange von Geschäfte kämpft man sich zum Tempel durch.
Die Aussicht ist wahnsinnig. Auf einem Felsen vor der steilen Felsenküste thront der pompöse Tempel im Meer.

Heilige Schlange

20120927-173657.jpgNeben den Tempel gibt es eine Höhle mit einer heiligen Schlange. Gegen eine Spende darf man sie sehen. Wie stellt ihr euch eine heilige Schlange vor?
Ich jedenfalls anders. ^^ Nach der Spende nimmt der Wärter eine Taschenlampe und leuchtet in ein kleines Steinloch hinein. Dort liegt eine zusammengepferchte Schlange drin.
Er sagt, ich soll die Schlange angreifen, das bringt Glück. Ich frage, ob sie nicht beißt. Er: „No, no! It’s the holy snake!“
Auf die Frage, warum die Schlange heilig sei, sagt er nur, „Because she is near by the temple.“^^

Potato Heads

20120927-173754.jpgAuf dem Rückweg haben wir noch einen Beach-Club gefunden und sind dort eingekehrt um einen Espresso zu trinken. Der Laden hat uns umgehauen und wir haben uns plötzlih arm gefühlt. Group4 Security. Empfangsdamen im Abendkleid und wenn man eine Liege möchte, ein mindest Konsum von €50.
Aber das Beste war das Verbot: „No alcohol branded clothes allowed!“. Das hat dazu geführt, dass massig Australier, mit Flip-Flops, Shorts, Baseballkappe und UMGEDREHTEN ärmellosen Bintang-Shirts herumsaßen. 😀

Seminyak

Strand, Spa, Relaxing.

Kuta & Co

Kuta // Bali = Ballermann // Mallorca
Darum vermeiden wir Kuta und lassen die letzten paar Tage in Seminyak ausklingen. Ein noblerer Vorort am selben Strand.
Und heute haben wir genau „Nichts“ getan. Nach dem Frühstück zum Strand, dort eine überteuerte Liege gemietet und bis zum Abend am Strand geblieben. Sowas ist auch mal nett.

Gunung Batur

Auf Berge zu klettern ist bekannt, aber auf einen Vulkan zu steigen, hat etwas neues an sich…

Abmarsch

20120925-111628.jpg3:08. Der Wecker läutet. Hinein in die Stiefel und das warme Gewand und ab zum Treffpunkt.
4:12 Es geht los. Der Gipfel liegt auf 1770m. Und die knapp 800 Höhenmeter vom Dorf aus, werden im Eilschritt genommen.
6:30 Sonnenaufgang am Kraterrand.

Erdwärme???

ErdwärmeZum Frühstück gibt es Eier und Bananen, die im Vulkandampf zubereitet werden. Dazu wird das Essen in Erdlöcher gelegt, aus denen ein kochend-heißer Dampf steigt. Die Löcher werden mit Gras verstopft und nach ein paar Minuten sind die Eier hartgekocht.

Wandern

20120925-111803.jpgUnser Guide führt uns über den Kraterrand herum. Der Weg ist weniger als einen Meter breit. Dafür geht es links und rechts hunderte Meter den Abhang hinunter.
Er erzählt uns, dass bis jetzt erst ein Schwede am Berg gestorben ist, weil er in den Krater gefallen ist. Das tröstet natürlich. ^^

Goa

HöhleNach der Kratertour besichtigen wir noch eine „heilige“ Höhle. In der sich immer wieder alte Meister für tagelange Meditationen verschanzen. Wir sehen nur Fledermäuse.

Abstieg

Wie ein 12-jähriger Junge rennt unser Führer den Berg hinab und wir hintennach. Erschöpft kommen wir in Hotel an. Gerade rechtzeitig zum Frühstück. Aber die Tortur war es wert.

Kuban – Friedhof

Man kann Tote begraben, verbrennen oder – wie in Kuban – verwesen lassen…

Nicht hinfahren!

Im Reiseführer steht zu Kuban: „Die Toten von Trunyan werden weder beerdigt noch verbrannt, sondern verwesen auf Bambusgestellen. Wer dennoch den Friedhof besichtigen will, wird auf zwielichtige Gestalten treffen, die völlig überzogene Gebühren forden.“
Da müssen wir hin! Schnell war mit Yogi – unser Bergführer – und seiner Firma ein Auto und ein Einheimischer organisiert, der uns dorthin führen kann.

Auto- und Bootfahren

20120924-174834.jpgMit dem Auto geht es auf einer extremen Buckelpiste um den See herum nach Trunyan – das Dorf der Bali Aga. Diese beanspruchen die Ureinwohner von Bali zu sein. Sie sprechen auch eine andere Sprache.
Leben tun sie von Fischzucht und Gemüseanbau; vor allem Chili und Zwiebeln.
Im Dorf angekommen, werden wir von allen mit großen Augen bestaunt. Von dort geht es nur per Ruderboot weiter. Zwei Bali Aga stehen auch gleich zur Stelle und rudern uns über den See zum Friedhof. Das einzige was noch gefehlt hat, war ein Nebelwetter.

Friedhof

Der Friedhof liegt um einen besonderen Baum herum. Der Baum verströmt einen Duft und neutralisiert damit den Leichengeruch. Wie das geht ist unklar, aber es funktioniert, denn der letzte Tote liegt gerade einmal 20 Tage dort.
Die Toten werden der Reihe nach unter Bambusgestelle gelegt und der Verwesung überlassen.
Sobald der Platz voll ist, werden die Leichen verbrannt und die Schädel aufgestapelt – ganz wie in Hallstatt.
Das Beeindruckendste jedoch war der gewaltige, alte Baum.
Bei der Rückfahrt haben wir noch 8 Schulkinder in unserem Auto mitgenommen, alle in Uniform, Volksschulalter und lauthals beim Kichern und Streiten.

Heiße Quellen

20120924-180848.jpgZurück vom Friedhof ging es den Nachmittag in ein Schwimmbad aus Lavastein, das von heißem Quellwasser gespeißt wird. Irgendwie trafen dort alle Touristen die in diesem Dorf waren zusammen. Russen, Amerikaner, Spanier, Japaner und wir mittendrin.


Weltenwechsel

Das Reisen geht weiter, vom Sandstrand über zwei Inseln in die kalten Berge.

Gili Meno – Gili T

Mit unserem Gepäck stehen wir am Strand und warten auf das Fährboot. Das Boot kommt, aber der Motor ist kaputt, so werden wir auf zwei kleine Holzschiffe umgeladen.
Unser Schiff hat so starke Schlagseite, dass wir am Strand schon angst vor dem Kentern haben. Nachdem unser Kapitän den Motor durch mehrmaliges Starten zum laufen gebracht hat, geht es ab über die holprige See nach Gili T.

Gili T – Padang Bai

Unser Speedbood hat Verspätung – weil der Wellengang so stark ist.
Das Boot kommt an, wir verstauen unsere Sachen und – da wir in Indonesien sind, wo man alles darf – klettern wir aufs Oberdeck. Nur in Hosen und Hut, denn man könnte ein bisschen nass werden.
Und man wird nass und das nicht nur ein bisschen. Zuerst gibt es Spritzwasser. Dann schwappen die Wellen auf das Deck. Und dann über das Deck. Die 7 Leute halten sich an allen möglichen Sachen fest.
Mir wird das zu bunt. Auf dem Bauch liegend und rutschend schaffe ich es zur Leiter und hinab in das Unterdeck;
waschelnass; sogar der Strohhut hängt wie ein Tuch vom Kopf…

Padang Bai – Toya Bungkah

Platschnass steigen wir vom Boot aus. Wir haben einen Transfer nach Ubud inkludiert, von wo aus wir ein Mietauto nehmen möchten.
In dem Moment tauchen ein paar Taxifahrer auf und ich frage sie nach dem Preis für eine Direktfahrt.
Die perfekte Verhandlungsbasis. Wir brauchen sie nicht unbedingt und sie haben keine Kunden. Nach langem hin und her einigen wir uns. Der Mann verdient Geld und wir sparen uns Zeit und Nerven.
So rumpeln wir dann 2h auf den Berg hinauf; begleitet vom Hämmern des Subwoofers, denn die Hochtöner waren kaputt…

Bergsee

20120923-180615.jpgUnd dann kommen wir wieder in einer anderen Welt an. Hoch am Berg in einem Krater an einem Kratersee, liegt unsere Unterkunft. Umringt von 1500-2000er. Es ist kühler, auch die Leute.
Man fühlt sich wie daheim in Tirol. 😀
Aber die Sehenswürdigkeiten sind weitaus skuriller… doch dazu morgen mehr, denn heute sind wir noch bei unserem Bergführer auf einen Arak eingeladen.

Schnorcheln auf Gili Meno

5 Personen, 5 Spots unendlich viele Erlebnisse.

Schnorcheln?

Wir haben gerade unsere sieben Strandsachen quer über die Insel geschleppt und uns frische Fruchtsäfte bestellt, als uns eine Italienerin fragt ob wir mit einem Fischerboot mit auf eine Schnorcheltour möchten.
Ihr Mann ist gerade Tauchen, sie sind auf Flitterwochen und sie möchte auch etwas vom Meer sehen. Mit von der Partie ist noch ein belgischer Filmproduzent, der mit seiner Frau und seiner 6 Monate alten Tochter schon die 4. Woche in Indonesien ist.
Zusammen schieben wir das alte Fischboot ins Meer und unser Kapitän – Bandy – bringt den klapprigen Motor zum Laufen und fährt los.

Schnorcheln!

20120922-181417.jpgDer erste Platz ist ein altes Schiffswrack. Man müsste Taucher sein um es zu sehen. Aber der zweite Schnorchelplatz ist umwerfend: die blaue Koralle. Ein ganzes Riff aus blauen Korallen das von neonfarbenen Fischen nur so wimmelt. Hier bräuchte man eine Unterwasserkamera.
Doch der Platz kann noch übertroffen werden.
Nach dem Mittagessen geht es mit Brot bestückt zu den „Friendly Fish„. Diese werden so genannt, weil sie einem das Brot aus der Hand fressen während man mit ihnen schnorchelt. Die Fische hier gehen in die Hunderte. So viele hab ich im ganzen Leben noch nie gesehen. Weder auf einmal, noch zusammengezählt.
Weiter zu den Meeresschildkröten. Riesige alte Tiere, die gemächlich durch das Wasser schwimmen und ab und zu auftauchen um zu atmen.
Zum Abschluss gibt es noch den „Christmas Tree„, ein Unterwasserfelsen der mit zig kleinen, bunten Lebewesen bestückt ist, die alle wie kleine Tannenbäume aussehen. Sobald man sie berührt ziehen sie sich in ein Loch zusammen und kommen ein paar Sekunden später langsam wieder zum Vorschein.
Wahnsinn was man hier alles sehen und erleben kann.

Inselhüpfen

Von der Party- zur Paradiesinsel

Bootfahren

7:30 Tagwache. Mit dem Gepäck geht es wieder zum Hafen, ins Wasser und auf ein kleines Holzboot.
Wir fahren ca 10 Minuten und steigen in einer anderen Welt aus. Gili Meno.

Gili Meno

Die mittlere der drei Inseln ist die ruhigste von allen. Knapp 200 Einwohner. Und ca 50 Touristen.
Keiner versteht es, warum zwei mitte Zwanziger freiwillig hier her fahren.
Wir verstehen es schon. Die Preise sind um die hälfte billiger, der Strand ohne Strandverkäufer und lärmende Touristen und sogar die Pferdekutschen darfen hier nur unter Tags fahren.
Perfekte Atmosphäre zum Erholen und Entspannen.
Nur an der Infrastruktur happerts ein bisschen… so hatten wir jetzt keinen Strom und damit auch keine Wasserpumpe um uns mit Meerwasser abzuduschen und mussten bei Kerzenlicht auf der Terrasse lesen und warten.
Aber so etwas nimmt man gern in kauf…

Gili Trawangan

Von Religion und Illusion auf der Partyinsel

Islam

Während auf Bali der Hinduismus mit seinen Tempeln, Schreinen, Opfergaben und lächelnden Menschen regiert, richtet sich das Leben der Einheimischen auf den Gilis nach dem Muezzin.
Das zeigt sich vorallem darin, dass das meiste Dienstpersonal männlich ist, asiatische Frauen verschleiert in den Hinterhöfen umherhuschen und der Adhaan (Gebetsruf) 5x am Tag ertönt.
Irgendwie passt das nicht… Jedenfalls verströmt Bali mit seinen lächelnden, toleranten Hinduisten viel mehr Urlaubsflair als die Gilis.

Disneyland

20120920-184825.jpgAber noch mehr wird das Feeling vom touristischen Klientel gestört. Korpulente weiße Personen aus der ersten Welt, verbringen grölend, rauchend und Bier trinkend den ganzen Nachmittag am Strand. Den Nachmittag, denn am Vormittag muss der Rausch vom Vorabend ausgeschlafen werden.
Gestern waren wir am Abend auf einer Party. Alles wimmelt von Europäern, Australiern und Amerikanern. Ein 60 Jähriger kommt, nachdem er seine 3 Cocktails getrunken hat, mit einer Tüte Mushrooms ins Lokal und futtert sie munter vor sich hin.
Ein paar Fitness-Studio-Typen kommen mit ihren Bierflaschen in der Hand nach Weibchen suchend auf die Tanzfläche.
Zwei Australier (erkennt man an der Oberbekleidung ^^) marschieren wie Zombies durch das Lokal, schweißnass und mit glasigen Augen ins Nirgendwo starrend und bei jeder schnellen Bewegung zusammenzuckend.
Aber am meisten hat mir die einheimische Jugend leid getan. Die Burschen verdienen ihr Geld als Drogendealer und die Mädchen mit anderen Gefälligkeiten, immer in der Hoffnung, dass sie ein muskelbepackter Bürger der ersten Welt mit in sein Heimatsland nimmt. Wobei das das letzte ist, was der im Sinn hat.
Ich kann mir schon vorstellen, dass es etwas magisches an sich haben muss, in einem Rausch von Alkohol, Mushrooms und Bikinischönheiten durch den Club zu wandeln. So wie auch das Disneyland einen eigenen Reiz haben kann. Aber es ist nicht die Realität. Und irgendwann muss man wieder Aufwachen und ins richtige Leben zurückkommen, auch wenn es erst am Ende des Urlaubes sein wird, wie bei den meisten Gili-Urlaubern, denn am Nachmittag des nächsten Tages wir der Rausch fortgesetzt, diesmal mit Cocktails am Strand…
Mir tun diese Leute leid und vorallem sind wir froh morgen Gili Trawangan hinter uns zu lassen und die dritte, fast menschenleere Insel – Gili Meno – aufzusuchen.
Denn für solch eine Partystimmung kann ich auch nach Mallorca fahren und habe genau das gleiche Flair.

Islandhopping

Auf zu Gili Trawangan.

Bootfahren

Es gibt zwei wege um von einer Gili zu einer anderen zu kommen: das reguläre Shuttleboot um €2 oder ein Charterboot um €25.
Wir nehmen das Shuttleboot. Also 7:00 Tagwache. Ab zum Hafen und durch das Wasser zum Boot.

Gili Trawangan

20120919-200123.jpgWir kommen auf der Haupt-Gili an und sind schon wieder in einer anderen Welt. Wenn wir in Italien wären, wäre es eine Mischung aus Tropen und Rimini.
Die Natur ist Gewaltig. Die Partygänger sind in der Überzahl.
Air war besser. Und Meno verspricht es noch.

Unterkunft finden

Eine große Kunst liegt darin eine vernünftige Unterkunft zu finden. Patric setzt sich mit unseren Koffern in ein Cafe und ich ziehe los um eine Bleibe zu finden.
Ein hartes Stück arbeit. Die empfohlenen Bungalows sind voll. Aber der Besitzer kennt jemanden… also mit einem Gili-nesen(?) im Schlepptau geht es weiter. Das zweite ist weit ab vom Strand. Die dritte Anlage ist weit weg und zu teuer. Die Vierte hat kein Moskitonetz, der Vermiter versichert mir, dass wir das nicht brauchen würden.
Die 5. Unterkunft passt dann, und nach ein bisschen verhandeln gibts auch noch einen echt günstigen Preis.

Yoga

20120919-200130.jpgEine Thai-Massage ist nichts unmoralisches. Und Yoga hat nichts mit Spiritismus zu tun; das weiß ich jetzt; aber mit Schmerzen.
1.5h Verrenkungen, die zeigen wie unglaublich der Körper sein kann. Obwohl man sich in Zeitlupe bewegt, kommt man ins Schwitzen, als würde man einen 3000er besteigen.
Und danach fühlt man sich erstaunt und erschöpft und Surfen wirkt wie ein Sport für alte Leute. 😀