Midtown New York

Der Tag begann mit zwei komplizierten Projekten: Duschen und Frühstücken. Das erste war insofern schwer, weil ich in Chinatown war und die Sauberkeit entsprechend ausfiel. Das zweite war schwer, weil ich in Chinatown war und dort die Leute anders frühstücken, als wir es gewohnt sind. Nachdem ich das erste halbwegs geschafft habe, hat mich die U-Bahn gerettet.

Rockefeller Center

Wisdom & KnowledgeSo konnte ich beim Rockefeller Center frühstücken und gleich die Aussicht genießen. Beeindruckt hat mich hier, dass ein Mann alleine das Areal hat bauen lassen, obwohl er verspottet wurde. Viele Architekten wollten Rockefeller sein Gebäude nicht planen, da er als Träumer galt. Ein Architekt hat es dann doch gemacht und dafür Weltruhm erlangt.

Die Aussicht ist bekannt. Aber die Organisation dahinter ist unglaublich. Nachdem man sein Ticket gekauft hat, wird man wie im Disneyland durch verschiedene Wartestationen geschleift. Ein Foto wird gemacht. Man sieht einen Film. Der Securtiy-Check kommt, bis man schließlich in die oberste Etage hinauf kommt.

Central Park

Central Park 2Danach ging der Bummel durch die Stadt los. Die 5th-Avenue hinauf, vorbei an LEGO und dem Apple-Store, hinein in den Central Park. Hier könnte man Tage lang verbringen. Bäume, Wiesen, Steine und heute vor allem – Sonne. Wenn man den Park so sieht, fällt einem gar nicht ein und auf, dass er auf dem Reißbrett entstanden ist, so natürlich und schön wirkt alles. Darum kommen auch einige Hochzeitspaare her. Allein zwei Trauungen habe ich in den paar Stunden im Park gesehen.

Der Bummel ging den Broadway wieder hinab über den Times-Square bis zum IMAX Kino. Und man mag es gar nicht glauben, aber ich sehe mir einfach einen Film an. Irgendwie passt dieser Ausklang zu dieser komischen Stadt. Viele Eindrücke und Bilder bleiben von heute zurück.

Boston – NYC

Leaving Boston. Die Gruppe wird verabschiedet. Ich steige in die Redline ein und bin wieder alleine und frei!

Busfahren

RockerMan checkt ein wie in ein Flugzeug. Ticketschalter könnte man in den USA abschaffen. Denn man kann alles via Internet und Kreditkarte kaufen. So auch hier am Greyhound-Terminal. Die wenigsten haben das Ticket auf Papier, ein Tablett oder ein Smartphone dienen als Ersatz. Ich reihe mich in den Bus ein und genieße die Aussicht.

Nach zwei Stunden Fahrt gab es eine Pause, bei einem Restaurant – BURGER KING. Und es hat sich wieder einmal gezeigt, dass das Amerikanische »Small« zwischen unserem »Medium« und »Large« liegt. Nach der Stärkung – oder Schwächung ? – geht es wieder zurück in den Bus. Unser Fahrer verstellt andauernd den Spiegel, damit er alles im Bus und außerhalb des Buses im Blick hat. Aber wir kommen trotz ihm und trotz einem Unfall am Highway heil in NY an.

New York

Times SquareDie Stadt ist verrückt. Sie ist laut. Sie boomt. Gelbe Taxis. Hochhäuser. Der nächtlich taghelle Times-Square. Eine U-Bahn wo sich niemand auskennt und Städte in einer Stadt. Irgendwie finde ich mich dann doch in der U-Bahn zurecht und zu meinem Hotel. Es liegt in China Town. Nachdem ich drei mal die Straße abgelaufen bin und Leute gefragt habe, sehe ich das Hotel. Eine schäbiger Eingang, mit drei roten chinesischen Schriftzeichen über der Tür.

Sun Bright Hotel

MatrixEs erklärt sich von selbst, warum das Hotel nur ein Zehntel vom Durchschnittspreis in NYC kostet. Nachdem mich ein schweigender Chinese hinter einer Glasscheibe eingecheckt hat, steige ich über das schmutzige Stiegenhaus in den 5. Stock hinauf, meine Koffer schultern.
2. Stock. Uringeruch im Stiegenhaus. Auch die kalte Luft, die durch die kaputten Fenster zieht, kann den Geruch nicht vertreiben. 3. Stock. Die Etage scheint verweist zu sein. dunkle Gänge, mit kaputten Türen. 4. Stock. Es sieht gleich aus, wie ein Stockwerk darunter. Nur dass nasse Wäsche über den Gängen aufgehängt ist. Und ein Chinese, der nur eine Hose trägt, vor einem Gaskocher kauert und Suppe oder Tee warm macht. 5. Stock. Ich Sperre die Türe zum Gang auf. Und stehe vor der größten Reihe an Türen, die ich jemals gesehen habe. Es erinnert ein Bisschen an Matrix.

Leben auf Chinesisch

SchlafkojeIch finde meine Schlafkoje. 1,5m x 2m. Abgetrennt von den andern Kojen nur durch eine Holzwand, die 2m hoch ist und oben von einem Gitter abgeschlossen wird. Auch wenn das Gitter vor Ratten schützt. So hält es doch das Licht im Raum und die Geräusche der anderen 63 Leute in dieser Etage nicht von mir ab.
Würde man in Österreich so Flüchtlinge unterbringen, würde die UNHCR vor der Türe stehen und die menschenunwürdigen Bedingungen anprangern. Aber mir soll es gleich sein. 3 Nächte überlebt man hier leicht. Und verglichen mit den Schlafgelegenheiten von Tanzania, ist das hier der pure Luxus. Immerhin gibt es fließendes Wasser in der Dusche.
Ich werfe meine Sachen auf das Bett und mache mich auf einen Spaziergang durch die dunklen Straßen. Und nach einem Dinner in Little Italy ist alles wieder vergessen. Nur der Chlorgeschmack vom Trinkwasser bleibt.

MIT Campus

Von Farben, Musikern, Nerds und Hackern.

Campusleben

Holi 1Tag 2 der Konferenz. Auch am MIT kochen sie mit Wasser, aber sie kochen heißer und beeindruckender. Anscheinend soll heute ein Holi-Fest am Campus stattfinden. Ulli und ich möchten uns das ansehen. Wir marschieren über den Campus zum Fest. Die Farben fliegen, die jungen Studenten lachen, wir machen Fotos. Am MIT-Campus scheint immer etwas los zu sein.

Auch bei der nachmittäglichen Tour mit Jasmine über den Campus kommen wir wieder bei einer Performance vorbei. Diesmal stehen eine Gruppe von Trommlern vor dem Sportgebäude, die afro-karibischen Sound machen. Dazu tanzen hunderte Studenten. Man fühlt sich eher wie in Italien, als wie auf einer Elite-Universität.

Ein paar Minuten später werden wir Zeugen, wie ein Asiate seiner Freundin einen Heiratsantrag macht. Vier seiner Freunde sind mit Schildern aufgestellt. Die Angebetet wird mit Kopfhörern und Augenklappe vorgeführt. Sie sagt ja. Alle lachen, hüpfen, weinen, schreien zugleich. Amerika ist anders. Eindeutig.

House-Party

NerdsNach dem gemeinsamen Socializing beim Buffet trennt sich wieder die Gruppe. Johanna hat einige verrückte Ideen. Das verspricht interessant zu werden. Als erstes schaffen wir es uns auf eine Party in einem Wohnhaus einzuschwindeln. Nerdy. Freaky. Wenn das die Elite unseres Planeten sein sollte, dann scheint es um die Erde schlecht zu stehen. Anscheinend sollen sie in manchen Studentenheimen sogar einen Nudisten-Stock haben… Aber die Party vertreibt uns bald wieder ins Hotel zurück, denn der interessanteste Programmpunkt des Abends steht noch bevor.

Hacking

0:30 Treffpunkt mit den Hackern. Nüchtern. Warme Kleidung. Turnschuhe. Keine Kameras. So lauten die Anweisungen. Mit dem Pullover von Jasmine, der Mütze von Philipp und meinen Halbschuhen, bin ich mehr schlecht als recht ausgerüstet, für das was uns erwarten soll. Dass meine Kleidung komisch aussieht, ist zumindest in Amerika kein Problem. Ja sogar nicht einmal auffällig…

Zuerst geht es in das 3. Untergeschoss des MIT. Über Rohre, durch zwei enge Spalten zum Herz der Hackerbewegung. Die Hacker versuchen das Gebäude zu Hacken. Die Idee ist es, an die unmöglichsten Orte im MIT hinzukomen und sich dort mit einem Sign-In – seinem Kürzel – zu verewigen. Und das ohne, dass man von jemanden gesehen wird.

Sophokles ist ihr Mythos. Er habe 122 Sign-Ins gemacht. Nur 1 wurde nie gefunden. Wenn er so denkt wie ich, dann hat er sicher mit 2 begonnen.

Es geht über Treppen, durch Türen, Gänge, versperrte Schlösser hindurch auf das Dach hinauf. Normalerweise ist das eine Todsünde. Die Flachdächer sind für Studenten verboten, wegen der hohen Selbstmordrate. Der Hacker sagt uns, wir sollten in gebückter Haltung hinter einem Klima-Schacht entlang wandern. Ich frage mich wieso. Er deutet über den Schacht zum Nachbargebäude, wo Studenten noch am Arbeiten sind. In der Nacht von Samstag auf Sonntag. Um 2:18. Und das alles um seinen BA am MIT gemacht zu haben. Wenn man sein Leben so verbringen muss hat man es nicht geschafft, sondern verschwendet.

Wir sitzen am Dach und betrachten die nahe Kuppel. Dort wo das Polizeiauto von den Hackern hingestellt wurde. Anscheinend hat ein Student sein Auto im Parkverbot stehen lassen, und das die ganzen Sommerferien über. Ein braver Polizist habe ihn jeden Tag einen Stafzettel auf die Windschutzscheibe gesteckt. Als Revange hat der Student und die Hacker das Auto des Polizisten in einer Nacht und Nebel-Aktion auf die Kuppel gestellt. Keiner weiß wie. Nur dass am nächsten Tag ein Kran das Polizeiauto wieder hinab heben musste.

Neben der Kuppel gibt es noch das Hochhaus und den Atomreaktor, die als absolutes Meisterstück der Hacker gelten. Doch wir kommen heute nicht mehr dort hin. Erschöpft und unentdeckt geht es wieder ins Hotel zurück.

Zocken mit den Nerds

Während dem letzten Panel schlich ich mich von der Konferenz weg, hin zu den Nerds im Game-Lab.

Wissenschaftliches Computerspielen

Freitags um 16:00 ist immer eine »wissenschaftliche« Gamesession geplant und wer mag darf gerne mit dabei sein.
Das Klientel ist wie man es sich vorstellt. Jeder trägt ein T-Shirt mit Aufschrift oder einen Kapuzenpullover. Mr. Super-Size-Me war auch da. Er verschlang gerade einen Milkshake.
Ich durfte Probespielen. Ein Spiel, dass einer der Anwesenden entwickelt. Es geht darum Aliens abzuschießen, die das eigene Männchen fressen möchten. Ich habe viel dabei gelernt…
Verrückt, was eine der teuersten Unis der Welt für Projekte und Spiele macht.

Whale Watching

Von Walen, Wind und wirbelnden Tänzen

Schifffahren

SchreibenWas macht man an einem freien Tag in Boston? Zuerst einmal früh aufstehen. 8.00 Frühstück. Und dann mit Tom und Betty zum Whale-Watching. Ein high-tech Schiff am Hafen nimmt uns für $40 mit. Zu Beginn ist es noch nett. Die Sonne scheint, die Skyline von Boston bewegt sich langsam fort. Es wird ein bisschen anstrengender, als einem Mann der Kaffee durch die Luft gewirbelt wird und auf uns regnet. Gut, dass ich eine kaffeefarbene Hose trage. Aber als das Schiff an Geschwindigkeit zulegt wird das letzte bisschen Gemütlichkeit vertrieben, denn es legt auch der Fahrtwind an gefühlter Kälte zu. Ein Rettungsboot bietet Schutz vor dem Wind und die Sonne bietet ein bisschen Wärme, immerhin reicht es als Motivation zum Lesen und Schreiben.

Whale-Watching

Tom & BettyNach guten 90 Minuten ist es so weit. Die Walforschdamen kommen aufs Deck. Gehüllt in warme Anoraks und Mützen, suchen sie mit Feldstechern nach Buckelwalen. Und die Wale kommen auch. Vier Stück. Wale-Watching ist so beeindruckend wie Safari – also kaum. Aus der Ferne sieht man die Flossen eintauchen. Ab und zu kommt ein Kopf heraus und schnappt ins Wasser. Nach 20 gedrängten Minuten an Deck, geht die Fahrt wieder retour, diesmal in der etwas wärmeren Kabine.

Salsa

SalsaAls Abschluss des Tages gab es noch Salsa. Jasmine und ich dürften ein gutes Bild gemacht zu haben. Die Bostonier schienen von unserer Performance ganz begeistert gewesen zu sein. Die Fotografin hat uns die längste Zeit abgelichtet. Und bei Warten auf das Taxi kam ein Puerto Ricaner zu uns, der sagte: »You were the dancers of the night.«

Vielleicht hat ja das mitten in einer Drehung abbrechen und wieder mit dem Grundschritt beginnen, den Anschein von einer einstudierten Choreogaphie hinterlassen…


Media-Lab & Harvard

Media-Labs

ProtheseDie Media-Labs, ein unwirkliches Gebäude: Glas, Stahl, High-Tech. Das einzig wirklich wertvolle, das wir gesehen haben, waren die Prothesen. Beinprothesen, die Leuten helfen wieder gehen zu können. Vorallem den Veteranen sollen sie helfen. Sie fühlen sich geehrt, was das Land für sie tut. Dumme Leute. Stattdessen sollten sie sehen, was ihr Land wirklich für sie getan hat, als sie in den Krieg in Vietnam oder Irak geschickt wurden.

Das restliche waren Spielereien, teure Spielereien. Roboter, Computer, 3D-Drucker, Lego. Geldverschwendung. Aber die Regierungen und die Mächtigen sind nicht daran interessiert anderen zu helfen. Es geht um Macht. Um die eigene Macht. Darum gibt es auch im Keller einen Raum, in den nur wenige hinein dürfen. Dort wird für die Mächtigen geforscht.

Harvard

HarvardDanach geht es nach Harvard. Die Laune und die Energie in der Gruppe sinkt. Spannung liegt in der Luft. Die Gruppe splittet sich. Ich suche das Philosophy-Department auf und werde weitergereicht zum Büro für Anmeldung und finanzielle Hilfe. Das Resümee: »Don’t worry about the money. Worry if you’re good enough, then the University will provide the money.«

Harvard-Tour

Epic watchingWoher nehmen sie nur die komischen Tour-Guides? Unser Harvard-Guide kommt aus Singapur. Ein extremer Sanguiniker, der jeden zweiten Satz mit Luftsprüngen und pathetischer Mimik unterstreicht. Neben Seitenhieben gegen Yale und »the other institute down the river« (MIT), gab es ein paar lustige Anekdoten.
Um seine Arbeit fertig zu bekommen, hatte ein Student über Nacht ein Buch »ausgeliehen« – eine Todsünde. Zufällig brannte in dieser Nacht die Büchersammlung von Harvard ab. Damit war sein Buch das letzte aus der Sammlung. Was sollte er tun? Es verbrennen und die Asche verstreuen? Oder es zurückgeben?
Er beschloss, das Buch dem Rektor zu übergeben. Dieser bedankte sich für seine Ehrlichkeit und verwies ihn der Universität – »for breaking the rules!«.

Ein Fehler

Die Gruppe teilt sich weiter. Und ich ende alleine im Gras am Harvardcampus – Erholung pur. Nachher habe ich einen Fehler gemacht. Ich ging in einen Bookstore – und kam mit zwei Taschen wieder heraus. Eine schlimme Sucht. Aber die mit den unschädlichsten Nebenwirkungen.

Johanna-Tour

eatingAnschließend ging es auf Johanna-Tour. Wahnsinn. Verrückt. Extrovertiert bis zum Anschlag, quatscht sie einfach jeden an. Aber so kommt man hinter die interessantesten Leute. Zuerst waren wir mit Bruno della Chiesa, einem Harvard Prof und seiner Klasse Abendessen. Dabei stießen wir auf Houman, ein Jude der im Iran geboren wurde, flüchten musste und jetzt in Harvard doziert.
Zum Schluss landeten wir in einem Pub mit einem Studenten aus Bangladesh und einer Studentin aus Wisconsin. Das Dorf des Studenten wurde von Soldaten niedergebrannt und er musste mit seiner Mutter durch den Dschungel fliehen. Mit ihm hatte ich eine interessante Diskussion über Philosophy of Science. Und der Studentin aus Wisconsin diskutierten wir über die Ethik der Kopfhörer-Rückgabe. Um 23:00 verließen wir das Pub, denn die Harvard-Studenten mussten beide noch ein Paper für den nächsten Tag fertig schreiben.

MIT – Gamelabs & Noam Chomsky

Vom Computerspielen und dem weisen Mann am MIT.

Game Labs

Playing GamesDer erste Besuch des heutigen Tages war bei Konstantin in den Game Labs. Man mag es gar nicht glauben: Die verdienen tatsächlich Geld damit, dass sie Computerspiele spielen und entwickeln. Und das an einer Elite-Universität…
Für einmal Test spielen haben sie zwei Freiwillige gesucht. Betty und Ich waren die Schnellsten im Handheben, darum durften wir testen.

Die Lava-Männchen

Playing GamesJeder bekam ein iPad in die Hand, wo er die Anleitungen bekam. Mein Ziel war es, Lava-Männchen beizubringen, dass sie gut kommunizieren. Was ich aber nicht wusste, war, dass Betty die Lava-Männchen dazu bringen musste, dass sie schnell und viel arbeiten.
Das Spiel funktioniert nur, wenn man miteinander redet, was meistens erst nach ein paar Runden der Fall ist. Die Idee dahinter ist die, dass ein Unternehmen nur florieren kann, wenn CEO und Personal-Manager zusammenarbeiten, da sie sich sonst gegenseitig die Arbeit kaputt machen.

Campus-Tour

Hyper-AsiatinDie Tour war langweilig. Bis auf die kleine Hyper-Asiatin, die uns geführt Hatte. Sie ging nämlich IMMER rückwärts, vor der Gruppe voraus. Sie ging rückwärts, während sie uns den Weg zeigte und sie ging rückwärts, als sie uns alles erklärte. Und nicht nur das gehen scheint bei ihr intensiv betrieben zu werden, sondern ihr ganzes Leben. Chinesisch lernen. Praktika im Ausland. Und Violinspielen, wie ein großes abgewetztes Hautstück am seitlichen Hals zeigt.
Andauernd redet jeder von den Hackern und dem Polizeiauto, das sie auf die Kuppel geschleppt haben. Sowie vom Hydrant-Hack, mit der Aussage: »Studdying at MIT is like drinking from a hydrant!«. Wir werden später noch herausfinden, was das wirklich bedeutet.

Noam Chomsky

AudienzUnser Professor konnte ein Meeting beim großen Noam Chomsky arrangieren. Das kommt fast einer Papst-Audienz gleich. Daher gab es vor dem Meeting eine kurze Besprechung. Jeder musste sich eine Frage überlegen, die er den großen Meister gerne stellen möchte. Dann wurde die Reihenfolge fixiert, in der wir fragen sollten. Das Briefing hat bei allen die Aufregung geschürt. Anschließend ging es mit dem Lift in den höchsten Stock hinauf. Die Aufregung stieg noch mehr.
Nach einer langen Wartezeit kam der Meister, freundlich mit einem Pullover an und mit Haaren auf der Nase. Und er hatte alle unsere Fragen – nicht – beantwortet. Stattdessen hat er immer ein Wort aus der Fragestellung aufgegriffen und einen Monolog dazu gehalten. Dabei sind einige wirklich interessante Punkte gefallen, die den Weg in mein Notizbuch fanden. Anschließend schrieb er noch etwas in unsere mitgebrachten Bücher hinein und wir machten uns wieder auf den Abstieg vom heiligen Turm.

City

Um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten ging die Pilgerreise nochmals in die Stadt hinein. Dabei explodierte eine Lampe im Park (???). Auch wenn das jetzt noch skurril klingt, hat der laute Knall in Boston – kurz nach den Anschlägen – eine andere Bedeutung gehabt. Wir pilgerten auf den höchsten Turm der Stadt hinauf, genossen die Aussicht und rundeten den Tag mit einem Steak im Uno-Grill ab. Wobei, wie immer in den USA, gechlortes Wasser in Plastikbechern gereicht wird. Amerika ist anders…

Boston-Tour

Heute stand eine erste Konferenz am MIT auf dem Plan. Aber dazu können meine Mitreisenden mehr berichten.

Die Gedenkstätte

MemorialDer Boston-Bombing-Anschlag war erst vor einigen Tage passiert. Am MIT-Campus war für den erschossenen Polizisten ein Gedenkstätte eingerichtet worden. Sie erinnerte mich an ein Hindu-Grab auf Bali; Kreide, Feuerzeug, Plüschtiere, Blumen, Kerzen, … alles mögliche wurde wie Opfergaben an die Gedenktafel gelegt.

City-Tour

StreetlifeNach dem Mittagessen stand eine Stadttour auf dem Plan. Tom, ein Mitreisender führte uns durch die Stadt. Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten, gab es ein paar besonderheiten.
Ein Friedhof ohne Kreuze, … warum? Das konnte uns niemand beantworten.
Ein Schwarzer im Anzug und Krawatte, der mit einem Becher in der Hand auf der Straße für Obdachlose Geld sammelte.

Street-Dance

boston strongEine Street-Dance-Group legte eine Performance ein. Zuerst versuchte sich ein junger Weißer im Tanz-Zweikampf gegen sie, dann tanzten zwei Ältere Damen mit. Immer und immer wieder spielten sie die »Schwarzen-Karte« aus: »Hey white people, we are not armed!« »Come closer, we can not hurt all of you – at the same time!« »White people, find your rhiddm!« »That rich white guy just gave $20. If you really want to impress us, do this again!«
Weiter ging es durch den Hafen und die Stadt. Aber da sagen Bilder mehr als Worte

Silz – Boston

Sobald man sich auf eine Reise begibt, fällt einem das »Andere« ein. Gleichzeitig sieht man das »Eigene« mit neuen Augen.

Das andere!

Anders sind die Toiletten in Kanada. Supersize! Dazu noch mit einem Bewegungssensor ausgestattet, der von mir nur schwer aktiviert werden kann, da er auf die doppelte Körperbreite ausgelegt ist.
Dafür kann man einen Espresso mit der Kreditkarte bezahlen, ohne dass man komisch beäugt wird.

Anders als uns immer gesagt wurde, ist die Einreise in die Staaten gar nicht so kompliziert. Der Homeland-Security-Officer hatte mich keine zwei Sekunden beäugt und den Stempel problemlos in meinen Reisepass gedrückt.

Der Harvard-Professor

Dafür scheint am amerikanischen Kontinent eine oberflächliche Höflichkeit zu herrschen. Das hat aber den Vorteil, dass man gleich mit jemandem ins Gespräch kommt, auch mit einem Harvard Professor. Beim Warten in Montreal sehe ich, wie dem Herrn vor mir sein Ticket aus den Reiseunterlagen zu Boden fällt. Ich hebe es auf. Er bedankt sich und wir kommen ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass er ein Professor für Musikwissenschaften in Harvard ist.

Beim Flug nach Boston tauschen wir so die Plätze, dass wir nebeneinander zum Sitzen kommen. Dabei erzählt er mir alle möglichen Geschichten. Vom Konkurrenzkampf an den Unis. Von seinen Vorträgen in anderen Ländern, und dass er gerade von London zurück kommt. Besonders aber seine Geschichte vom 11. September habe ich mir gemerkt.

Kanadische Gastfreundschaft

Nach den Attentaten wurde der Luftraum über den USA gesperrt und die Flieger die in der Luft waren mussten Landen. So kam es, dass tausende Passagiere von Kanada aufgenommen wurden. Die Kanadier haben die Passagiere in Synagogen, Kirchen und Turnsälen untergebracht. Ein Mann war Chef von einer Elektrofirma. Er hat der Kirche, die ihn aufgenommen hatte, eine neue Beleuchtung bezahlt und installieren lassen. Ein zweiter hatte eine Schule mit EDV-Geräten ausstatten lassen, da er der Chef von DELL war. Die US-Amerikaner hätten sie nie bei den Kanadiern offiziell bedankt.

Der Checkout verlief so schnell, wie ich es noch nie erlebt habe. Da die Einreiseformalitäten schon in Kanada erledigt waren, steigt man wie bei einem Inlandsflug einfach aus. Bis wir den Flieger verlassen hatten, stand das Gepäck schon ausgeladen bereit.

Wir fuhren noch gemeinsam mit der Metro Richtung Harvard, tauschten die Visitenkarten und ich verließ an der MIT-Station die U-Bahn und machte mich auf den Weg zu Hotel. Amerika ist anders…