Matemwe

Überfahrt und Hotelsuche nach Zanzibar. Allein schon der Name klingt sagenhaft…
… aber die Abzocker lassen sich da nicht davon abschrecken.

Gegensätze

Immer noch halbkaputt gehts aus dem Bett ab zur Fähre. Alle zwei Meter wird man von jemandem angesprochen der einem Tickets verkaufen will, obwohl man schon Tickets hat. Der Geschäftssinn der Leute hier tickt sowieso anders. Wenn jemand Bananen oder Wasser verkauft, dann macht nicht nur er das, sondern gleich 10 am selben Platz. 1 Banane 100 Shilling (5cent). Wenn ich aber auf einen der Nicht-Schreienden zugehe, verlangt dieser 200 Shilling. Und die anderen bekräftigen lauthals den günstigen Preis. Wenn man sich dann einen der Schreienden wendet, möchte dieser plötzlich 300 Shilling. ??? Ich habe Preis- und Konkurrenzkampf anders in Erinnerung.
Auch Angebot und Nachfrage läuft hier anders. Wenn du ein Wasser gekauft hast, kommen 10 Leute und wollen dir ein Wasser verkaufen. Sie verstehen aber nicht, warum du jetzt keines kaufen willst, da du doch eben gerade gezeigt hast, dass du Wassertrinker bist. Analog dazu Verkaufen sie Essen an die Essenden, Uhren an die mit Armbanduhren, und Schildkappen an die mit Hüten. Und keiner versteht warum du als Mzungu nicht kaufst, obwohl du könntest.
Wenn du jemandem Geld schenkst, schaut er dich an und verlangt „More“, anstatt Danke zu sagen. Dann holt er alle seine Freunde damit er mit ihnen zusammen dich auch noch anbetteln kann. Und die verstehen wieder nicht, warum du ihnen nicht auch was schenkst, denn du hast ja grade was gegeben. Ignorieren ist die einzige Lösung. Da verstehe ich die Gerüchte, dass alle Weißen kalt und umsympathisch gesehen werden.
Ich stoppe noch Schnell in einer Apotheke un Elektrolyte zu kaufen, sicherheitshalber noch eine Packung trinken, und für den Fall des Falles noch eine Reserveration mit. Die Apothekerin verabschiedet mich mit: „Goodbye! Hope to see you soon!“, und einem strahlenden Lächeln auf den Lippen…

Fährenfahren

MeerDann gings mit der Fähre nach Zanzibar. 1. Class, obwohl wir ein 2. Klasse Ticket gekauft hatten. Aber als Mzungu ist und fährt man 1. Klasse, eigentlich traurig.
Vor den Betrügern auf Zanzibar wird überall gewarnt, auch wird hingewiesen, dass man keine Plastiksäcke mithaben darf, Plastikflaschen aber schon…

Abzocken

AlbinoAlso kämpfen wir uns durch die Meute zum Dalla-Dalla-Stand und steigen auch noch in den richtigen Transporter ein. Eher ein Tierwagen… Ein überdachter Pick-Up in der Größe eines T1. Und hinten haben 26 Menschen Platz.
Und am Dach hat auch noch alles mögliche und unmögliche Platz. Bei der zweiten Station kommt einer zu uns und sagt, dass wir das Gepäck am Dach verstauen müssen. Nimmt meine Tasche hievt sie hoch und bindet sie fest. Dann fragt er wohin wir müssen und sagt 15000Shilling als Fahrtpreis. Wir, schlau wie wir inhwischen werden mussten, wissen dass der Preis für beide maximal 3000Shilling kosten kann. Da sagt er was von Gepäck ect. und geht auf 10000Shilling runter. Ich, mehr tot als lebendig, hab keine Lust weiter zu streiten, gebe ihm 5000 und sage den Rest bei der Ankunft. Darauf er, nein, denn sie müssen jetzt Tanken. (Wem das verwirrt, es ist echt so, der Busfahrer fährt einfach, wenn er ein bisschen Geld kassiert hat, zur nächsten Zapfsäule und macht den Tank voll)
Ok. Also 10000.
Der Typ steigt aus, geht zwei Meter zum nächsten Betelnuss-Verkäufer, kauft sich um 10000Shilling die roten Splitter, stopft sich alle gleich in den Mund und zieht seines Weges.
Der richtige Busbegleiter steigt ein und kassiert nochmals 5000 von uns…
Gut dass meine Machete im Koffer war, sonst hätte der Betelnussverkäufer einen Kunden weniger gehabt… und ich große Probleme.
Also so eine freche Aktion hab ich noch nie erlebt.

Paradies

BeachDann kommen wir an. Paradies. Ein Strand wie man ihn von den Bildern kennt. Bungalow mit Bad und Warmwasser und frisches Obst und Fruchtsäfte – von denen ich mich ja momentan noch ernähre, und das fällt mir bei den natürlichen Passionsfrucht-, Mango-, Melonen- und Bananenaromen nicht schwer.
Dann ab zum Strand. Ich zur Hängematte – mit meinen Büchern, Philipp zu den Kindern.
Die Kinder wollen Money, doch das gebe ich nicht. Das letzte mal hatte eine Geldspende bewirkt, dass er eine Mango, für heute, und eine neue Sonnenbrille gekauft hatte, da ja noch Geld übrig war, anstatt die nächsten paar Tage Mangos zu kaufen.
Also kein Geld für die Kinder. Doch dann betteln sie um etwas wo ich nicht nein sagen kann, sie sehen dass ich schreibe und fragen um Papier und Kalemi (Stift). Denn die Schule ist kostenfrei, aber das Schreibmaterial müssen sie selber mitbringen. Also… hinein ins Zimmer, zwei Bögen A4, zwei alte Filzstifte (Ja… Ich hab sowas immer mit. ^^) geholt und wieder ab an den Strand. Die Kinder glauben es nicht, sie springen vor freude, stecken das zerknüllte Papier und die Stife in die Tasche und…. ja… gehen ins Wasser…
10 Minuten darauf stehen 20Kinder da und wollen „More“, da ich ja immer noch meinen Notizblock und meinen Kugelschreiber habe. Da schenke ich ihnen einfach meine Wasserflasche. Uns das war das beste Geschenk und die beste Hilfe von allen. Zu 7. hatten sie die schnell ausgetrunken, keinen Durst mehr und wollten kein „More“.
Ich glaub, diese „Wasser-Geschenke“ werde ich öfters machen.
Afrika fordert einem einiges ab. Besonders wenn man nicht ganz fit ist. Um jedes noch so kleine Etwas muss man über den Preis streiten. Und das nicht mit Logik, sondern mit schöner, langer Rede, die dem anderen das Gesicht wahren lässt. Auch diese ganzen – für unseren Begriffe – absurde Handlungen, brauchen einiges an Selbstbeherrschung um nicht an Höflichkeit, Freundlichkeit und Menschlichkeit zu verlieren, oder einfach ein gewisses Maß an Naivität.

So… jetzt noch ein paar Bilder.

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